Foto - Franz Kafka


„…es tut gut, wenn das Gewissen breite Wunden bekommt, denn dadurch wird es empfindlicher für jeden Biß. Ich glaube, man sollte überhaupt nur Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? […] ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.”
[F.Kafka, Brief an Oskar Pollak]

Das Projekt „KAFKAS KÖPFE” (Arbeitstitel) konzentriert sich auf die Hilflosigkeit des Einzelnen, der vor einer übermächtig scheinenden Gesellschaft zu kapitulieren droht.

Kommunikation ist hier Kampf ums Überleben, die Welt funktioniert nach Mustern, die sich für das Individuum nicht erschließen. Der normative Maßstab verweigert sich und lässt den Menschen hilflos und gefangen zurück.

Die Bilder, die Kafka in seinen Erzählungen und Romanen entwirft, sind zu komplex, um sie auf ein bloß zeitgeschichtliches Phänomen oder die spezifische psychologische Struktur des Autors zu beschränken. Sie hinterfragen den Gesellschafts-begriff an sich, denn die Gesellschaft erhebt Anspruch auf das Individuum.

Diese Hilflosigkeit des Individuums, angesichts einer übermächtig erscheinenden Gesellschaft, ist ein Thema, mit dem sich (gerade junge) Menschen allgegenwärtig konfrontiert sehen.

Kafkas Texte werden durch seine literarische Qualität zu einer Folie, die auch in unserer Gesellschaft nichts an Aktualität eingebüßt hat. Die Novellen „Das Urteil”, „Die Verwandlung” und „In der Strafkolonie” erschienen zu seinen Lebzeiten unter dem Titel „Strafen” zusammengefasst in einem Band. Kafka beleuchtet hier mit ungewöhnlicher Konzentration” und Schärfe, was er in seinen Romanen umfassend ausbreitet, die Auslieferung des Einzelnen in eine unverständliche und feindliche Welt.

drama-TISCH benutzt diese Vorlagen für ein Projekt, das die Innenwelt Kafkas zu beschreiben versucht.