In diesem Jahr jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers AUSCHWITZ durch die rote Armee zum 71sten Mal.
Seit 1996 ist dieser Tag in Deutschland der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“.
Das Gedenken an diesen Tag sollte zunächst ein freudiger Anlass sein. Das Leid der Lagerinsassen unter der Vernichtungsapparatur des 3.Reiches fand ein Ende. Gleichzeitig wurde aber auch die Monströsität der Menschenvernichtung offenbar, die bis heute verarbeitet werden will.
Mit fortschreitender Zeit und dem Aussterben der Tätergeneration rückt die juristische Aufarbeitung in den Hintergrund. Es bleibt die kulturelle Aufarbeitung, denn die „Realität Auschwitz“ ist nach wie vor ein Teil deutscher Politik und deutscher Gesellschaft. Sie ist Teil unserer Identität.


„Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz”. (Bundespräsident Johannes Gauck am 27.01.2015 im Bundestag)

Der „Begriff AUSCHWITZ” ist nicht nur das Synonym für die Gräueltaten des NS-Regimes, er ist darüber hinaus auch der Begriff, der die Schrecken des Lagersystems an sich zusammenfasst; vor allem aber steht er für die stillschweigende Duldung und auch die aktive Teilhabe des deutschen Volkes an der Internierung und Vernichtung seiner sogenannten Feinde.
Nicht der Genozid an sich war neu, aber die akribische Perfektion, die ihn stützte, und mittels derer er durchgeführt werden konnte. Die Täter legitimierten ihre Taten durch ein gedankliches Konstrukt der Überlegenheit einer „deutschen Rasse“.
Über 1.100.000 Menschen wurden allein in Auschwitz erst versklavt, dann vernichtet und ihre physischen Überreste industriell verwertet. Über 1.100.000 Menschen wurden zwischen 1940 und 1945 allein in Auschwitz ermordet, und ein deutscher Staat schlug aus ihrer Vernichtung Gewinn.

drama-TISCH nähert sich dem Phänomen der „Banalität des Bösen“ (Hannah Arendt) in einem besonderen Projekt an. Lageraufnahmen aus dem Film „Nacht und Nebel“ von Alain Resnais und Zeugenberichte aus Claude Lanzmanns „Shoah“ werden durch autobiografische Bekenntnisse des Lagerkommandanten Rudolf Höss kommentiert und kontrastiert. Verschiedene Aufarbeitungen des Themas, aus Opfer und Tätersicht, stehen sich gegenüber.
Die in der Gefangenschaft 1946 geschriebene Autobiografie von Rudolf Höß wurde vom Schweizer Autor Jürg Amman für die Bühne bearbeitet. Über diesen Text setzt Amann den Kommentar: „Angesichts der Wirklichkeit ist alles Erfinden obszön.
Der Täter gibt Auskunft über seine Arbeit und sein Leben im Konzentrationslager. Es entsteht eine sehr kontroverse Geschichtsbetrachtung.

Im Anschluss an die Präsentation findet ein Gespräch mit den Schülern statt.